30 Stunden beitragsfrei sind noch nicht genug!

Pressemitteilung des LEB NRW zu den Plänen der SPD bzgl. der weitgehenden Beitragsfreiheit in Kitas vom 18.02.2017:
(Veröffentlicht am 19.02.2017)

Der Landeselternbeirat (LEB) NRW betrachtet die am 18.02.2017 im Rahmen des SPD Parteitages geäußerten Pläne zur „weitgehenden“ Beitragsfreiheit bei einer Betreuungszeit von 30 Stunden als nicht ausreichend.

2016 wurden bereits etwa die Hälfte der 621.000 Kita-Kinder mehr als 35 Stunden in einer Kindertagesstätte betreut. Demzufolge würden so auch in Zukunft noch größtenteils Beiträge für Familien fällig werden, sagt Marcel Preukschat, LEB-Vorstand Die darüber hinaus zu zahlenden Beiträge sollten jedoch wesentlich geringer ausfallen als dies bisher für Familien in NRW der Fall ist.

Auch für die von der SPD auf Bundesebene vorgeschlagene Familienarbeitszeit würden die 30 Stunden beitragsfreie Betreuung nicht ausreichen. „Hier werden keine Wege zur Arbeitsstelle berücksichtigt“, kritisiert Preukschat. Positiv hebt der LEB den Plan hervor, landesweit einheitliche Beiträge festlegen zu wollen. „Wir bemängeln schon seit langem die ungerechten Beitragsunterschiede zwischen den Kommunen in NRW“, so Attila Gümüs, Mitglied des LEB-Vorstandes. Finanziell besser aufgestellte Städte (wie z.B. Düsseldorf) leisten sich die Beitragsfreiheit ab dem 3. Lebensjahr, während Kommunen in der Haushaltssicherung hohe Beträge von den Familien einfordern.

Offen bleibt die Frage, ob die Erweiterung der Betreuungszeiten für alle Eltern möglich sein wird. Würde man sich an dem in Hamburg eingeführten Modell orientieren, so wäre ein Anspruch auf eine Betreuung über 30 Stunden nur in konkreten Bedarfsfällen möglich. „Dies würde dann neue sozialpolitische Fragen aufwerfen“, vermutet Gümüs.

Grundsätzlich fordert der LEB NRW weiterhin die vollständige Beitragsfreiheit für die Bildung von Geburt an – für jeden. Bildung ist eine Gesellschaftsaufgabe, von der alle profitieren und welche nicht noch zusätzlich auf den Schultern der Familien lasten sollte.

Der Landeselternbeirat der Kindertageseinrichtungen NRW

 

http://www.lebnrw.de/wp-content/uploads/2017/03/Pressemitteilung-zu-den-Pl%C3%A4nen-der-SPD-bzgl-der-weitgehenden-Beitragsfreiheit-in-Kitas.pdf

Wie haltet Ihr es mit der medialen Früherziehung?

Spielzeug Smartphone: 70 Prozent der Ein- bis Sechsjährigen nutzen es täglich.

70 Prozent der kleinen Kinder daddeln am Handy

Weimar (dpa/th) – Sieben von zehn Kindern im Krippen- und Kita-Alter nutzen Ärzten zufolge das Handy ihrer Eltern mehr als eine halbe Stunde am Tag. Dies habe eine seit dem vergangenen Jahr laufende Studie in Kinderarztpraxen zum Medienkonsum bei Ein- bis Sechsjährigen ergeben, teilte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) am Freitag zum Auftakt eines Kongresses in Weimar mit. Für die Erhebung wurden bislang die Ergebnisse von mehr als 3000 Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern und Befragungen von Eltern ausgewertet.

Bei kleinen Kindern habe das Handy „eigentlich nichts zu suchen“, sagte Kongressleiter Uwe Büsching. Es sei bekannt, dass übermäßiger Medienkonsum unter anderem die Sprachentwicklung verzögere und es Zusammenhänge mit der Entwicklung einer Aufmerksamkeits-Defizit-Störung gebe.

Die sogenannten Blikk-Studie, an der neben dem Ärzteverband und seiner Stiftung Kind und Jugend unter anderem die Rheinische Fachhochschule Köln und die Universität Duisburg-Essen beteiligt sind, untersucht bei bundesweit rund 6000 Kindern bis 13 Jahre den Umgang mit digitalen Medien.

Konsequenz muss aus Verbandssicht sein, bereits Eltern mit kleinen Kindern stärker über den Umgang mit elektronischen Medien und zum vorbeugenden Schutz vor Online-Sucht zu beraten. Bei älteren Kindern und Jugendlichen sei das auch Teil der ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen.

Der Verband kritisierte in diesem Zusammenhang einen „Flickenteppich“ bei den Früherkennungschecks für Kinder und Jugendliche. Trotz Verbesserungen, die es seit diesem Jahr gibt, würden die Kosten dafür weiter nur von einem Teil der gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Vor allem die großen, mitgliederstarken Kassen haben sie laut Verband im Leistungskatalog.

Zu dem Kongress in Weimar, dessen fachlicher Schwerpunkt neben Mediennutzung durch Heranwachsende Jugendsexualität ist, werden bis Sonntag mehr als 300 Mediziner erwartet.

http://www.aok-bv.de/presse/dpa-ticker/index_18168.html